Es liegt schon einige Tage zurück und schlummert seitdem auf meiner Festplatte – warum ich diesen Artikel nicht schon veröffentlicht habe – ich weiß es nicht. Dafür jetzt die aktualisierte Version.
Es war am 03.07., ich kam vom Zaubern zurück und freute mich auf Zuhause. Das Wetter war den ganzen Tag heiß, es waren Gewitter angesagt im Ruhrgebiet. Mein Auftritt fand aus diesem Grund schon drinnen statt – vielleicht war ich gerade deshalb pitsche patsche nass geworden – allerdings geschwitzt wegen der Hitze im Kostüm. Ja, so ein Samtgehrock über einem Polyester Rüschenhemd ist warm bei 30 Grad draußen…
Ich fahre also im üblich dichten Verkehr durch die Baustelle in Bochum-Wattenscheid auf der A40 und freue mich auf die Dusche. Dass diese Dusche gleich von oben kommen würde, hatte ich so schnell nicht erwartet. Der Himmel zog sich rasend schnell zu und es gab Farben und Bilder wie ich sie mir kurz vor der Apokalypse vorstelle. Das letzte Mal wunderschön, bevor der Himmel über der Welt zusammenbricht.
In grauer Vorzeit hätten die Menschen wahrscheinlich wirklich an das Ende geglaubt, denn das, was in den folgenden 20 Minuten passierte, habe ich selbst so noch nie live miterlebt. Am liebsten wäre ich rechts ran gefahren, so schön war es, den Himmel zu beobachten – in der Baustelle aber und im zähfließenden Verkehr war dies nicht möglich. So blieb mir nur, das Geschehen beiläufig zu beobachten und ein paar ungezielte verwackelte Aufnahmen zu machen.
Irgendwann war dann Schluss mit schön und lustig. Es knallte zeitgleich mit einem Blitz, bei dem ich kaum ausmachen konnte, ob er vor mir, neben mir oder hinter mir niederging. Glücklicherweise stand die Autoschlange fast, so dass niemand vor Schreck das Steuer herumriss. Ein Regenguss sprichwörtlich wie aus Eimern verwandelte die Autobahn in Nullkommanichts in eine Wasserrutsche. An einigen Stellen befand sich meine Ölwanne sicherlich unter Wasser, so tief stand der Regen auf der Bahn, der in so kurzer Zeit unmöglich abfließen konnte.
Trotz Scheibenwischer im Turbomodus konnte man die vor einem befindlichen Fahrzeuge kaum erkennen. Ein verwaschenes Lichtermeer ließ andere Fahrzeuge nur erahnen.
Leider kommt es beim letzten Foto nicht ganz raus, wie unglaublich tief das Wasser nach nur ein paar Minuten stand. Fast schon Zufall war es, dass kein Wagen in einer Senke im Wasser stehen geblieben ist.
Eine Ewigkeit später war ich dann endlich zuhause. Der Himmel war wieder blau, das Wetter heiß. Bis auf Eines erinnerte fast nichts mehr an diesen Beinahe-Untergang… Die überfluteten Gemeinschaftsräume unseres Kellers…